Erfassung von
Suspensionsfrachten in der Arktischen Tiefsee mit optischen Methoden
Teilprojekt B5 des
BMBF-Forschungsverbunds "Arktische Tiefsee"
Teilchensuspensionen in der Nähe des
Meeresbodens spielen für die Nahrungsverteilung in der Tiefsee eine wichtige
Rolle. Sie können sowohl vor Ort durch Aufwirbelung infolge Überschreitung
einer Grenzschubspannung entstehen ("benthic storms") oder durch
Advektion aus anderen Regionen (z.B. Ausstrom aus Schelfgebieten) herrühren.
Beide Mechanismen sind von stark sporadischer Natur und deshalb nur durch die
Analyse langer Zeitserienmessungen mit hoher Abtastrate zu erfassen und den
Ursachen zuzuordnen. Für Suspensionsmessungen in diesem Skalenbereich sind
ausschließlich optische Sensoren geeignet, wobei die bisher eingesetzten
einfachen Trübungs- und Fluoreszenzmessungen nicht ausreichen, um die Herkunft
der Suspensionen zu identifizieren. Aufbauend auf umfangreichen Vorarbeiten
soll im Rahmen dieses Vorhabens eine Meßanordnung erstellt und eingesetzt
werden, deren Kernstück ein Streulichtsensor ist. Verglichen mit den bisher
genutzten Instrumenten wird hierdurch eine weitaus höhere
Nachweisempfindlichkeit für geringe Schwebstoffmengen erreicht. Durch die
Nutzung mehrerer Wellenlängen im sichtbaren Spektralbereich ist auch eine
Angabe der Konzentration und Korngrößenverteilung des Schwebstoffs möglich.
Durch die apparative Kopplung mit einem Strömungsmesser sollen so auch
Abschätzungen der Flußdichte des Partikeltransports erhalten werden, die in
vergleichbarer zeitlicher Auflösung bisher nicht gewonnen werden konnten.
In
English:
Particle suspensions just above the sea floor play an important role for the
provision with food to benthic organisms in the deep sea. Suspensions may arise
on site by stirring up of material after transgression of a critical shear
stress or by advection from other areas (e.g. outflow from shelf regions). Both
mechanisms are of sporadic nature. Therefore they can only be registered and
analyzed for their causes by long time series measurements with high sampling
rate. Suspension measurements on such an event time scale can only be performed
by optical sensors. However, simple turbidity and fluorescence measurements, as
employed in the past, are not sufficient to identify the origin of the
suspended particles. Building-up on extensive previous work it is the aim of
this proposal to develop and to use a new measurement setup the aim of which
will be an optical backscattering sensor. Compared to instruments used up to
now a much higher resolution for very small suspension concentrations will be
achieved. By utilisation of several wave lengths within the visible spectrum
specifications of concentration and grain size will also be possible. Estimations
of the flux density of the particle transport on time scales not to be resolved
in the past will be achieved by integration of the optical sensor into a
current meter.
Projektleitung: Dr. Gereon Budeus (AWI Bremerhaven) & Dr. Rainer
Reuter
Laufzeit: 06/00 bis 04/03
Wissenschaftliche Mitarbeit: Dipl. Phys. Arne Stoltenberg
Fremdfinanzierung: BMBF
Kooperation mit: Alfred-Wegener-Institut für Polar- und
Meeresforschung, Bremerhaven
Weitere Informationen:
Siehe Informationen zum Forschungsschwerpunkt Deep
Ventilation and Benthic Storms in the Greenland Sea des
Alfred-Wegener-Instituts für Polar- und Meeresforschung, Bremerhaven.